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Gutermann went for a hike
April 29, 2026
04:45
19.9km
4.2km/h
690m
440m
„Wenn einer eine Reise macht, hat er viel zu erzählen“, sagte schon Johann Wolfgang von Goethe – und der wusste bekanntlich, wovon er spricht.
Auch heute war wieder alles dabei: ein bunter Reigen voller Unvorhersehbarkeiten.
Aber der Reihe nach …
Die Toiletten im Chemnitzer Zug – hatte ich ein Déjà-vu? Letzte Woche kaputt, heute wieder mit dem bunten Aufkleber: Wir kümmern uns drum.
Letzte Woche noch schnell einen anderen Zug am Chemnitzer Bahnhof aufgesucht. Diesmal? Fehlanzeige. Und wir sprechen hier nicht von den kleinen flüssigen Dingen des Lebens.
Thema beendet.
Mit einem unguten Gefühl … untenrum.
Mensch, hör auf mit dem unseriösen Thema! Ist ja gut, ich hab’s begriffen.
Also: Mit einem beherzten Gefühl stiegen wir in den Bus nach Annaberg-Buchholz. Eine Stunde Fahrt lag vor uns. Und wieder hatten wir das Glück, ganz vorne zu sitzen – für mich ein kleines Highlight. Aus Fahrersicht sieht man einfach alles.
Apropos Fahrer: Der erste Busfahrer war, sagen wir mal, eher von der flotten Sorte. Mit Blick auf eine zusätzliche Zigarette.
Umgestiegen sind wir ja in Annaberg-Buchholz. Dort übernahm eine Fahrerin das Steuer – neuer Bus, neue Energie: souverän, entspannt und erstaunlich gesprächig. Du liest das hier zwar nicht, aber: Danke fürs sichere Ankommen in Crottendorf.
Crottendorf – da hatten wir letzte Woche aufgehört. Nun ging’s ins große Finale: die Quelle der Zschopau finden. Das Internet bleibt da erstaunlich vage.
Finale heißt auch Abschied von unserer geliebten Zschopautal-Wanderung. Neun Etappen – erledigt. Und ganz nebenbei haben wir, was Günni längst wusste, die Liebenswürdigkeit der Erzgebirger kennengelernt.
Etwa 13 Kilometer lagen vor uns, stetig bergauf. Schließlich ging es Richtung Fichtelberg – dem höchsten Berg Ostdeutschlands. Irgendwo am Nordhang sollte die Quelle liegen.
Am Anfang war es mal wieder schwer, den weiß-rot-weißen Wegweiser zu finden. Vielleicht liefen wir durch ein Firmengelände – wer weiß das schon.
Komoot zeigte zwar den Zschopauweg an, aber der endete in einer Sackgasse. Am Ende: ein privater Hof mit dem Hinweis „freilaufender Hund“. Also lieber umdrehen.
Die große Frage: Zschopauweg oder Zschopautalweg? Oder denke ich da zu bürokratisch?
Ohne Schild liefen wir schließlich an der Scheibenberger Hauptstraße entlang – bis wir ihn doch noch entdeckten: den erlösenden Wegweiser. Von dort ging es über eine Wiese, vorbei an den letzten Häusern (inklusive der Firma Otto Ficker GmbH – keine Kommentare bitte!) und hinein in den Wald.
Und dann: Forstweg. Endlos. Kilometer um Kilometer auf steinigem Untergrund. Mal grob, mal fein – aber nie wirklich angenehm zu gehen.
Ja, ich weiß: Jammern auf hohem Niveau.
Der Weg wechselte seine Namen – erst Zschopaustraße, dann Gifthüttenstraße –, aber nicht seinen Charakter.
Eine willkommene Unterbrechung: der Schwarze Teich mit Schutzhütte. Dort saß ein gut gelaunter Erzgebirger. Zur Quelle konnte er nichts Genaues sagen, aber Günni fand immerhin ein Gesprächsthema: Angeln.
Also weiter. Immer leicht bergan – wie schon erwähnt.
Und dann: die Zschopauquellhütte. Ziel erreicht!
Champagner raus, Korken knallen lassen!
Moment … das soll die Quelle sein?
Kein Schild, kein Hinweis, nichts, was nach Bedeutung aussieht.
Handy raus, recherchieren – aber auch das brachte keine Klarheit. Und überhaupt: Wo sind die Schilder à la „Noch X Kilometer bis zur Quelle“? Wir haben keins gesehen.
Also weiter.
Inzwischen hatten wir den Reitsteig erreicht. Dort steht auch die Reitsteighütte, dekoriert mit ein paar Skiern an der Außenwand.
Quelle – wo bist du?
Bis zum Gipfel des Fichtelbergs war es nicht mehr weit. Etwa 20 Minuten später standen wir oben – wenn ich mich recht erinnere.
Alles sehr schön hier oben anzusehen. Entdeckte ich Parallelen zum Brocken? Im ersten Moment ja, beim genaueren Hinschauen nicht mehr.
Wir einigten uns, „Ziel erreicht“ zu sagen – auch ohne die Quelle gefunden zu haben. Für mich schon, in Anführungszeichen, schmerzlich, aber akzeptiert.
Wir machten uns nun auf den Weg nach Oberwiesenthal. Unterwegs trafen wir noch zwei ambitionierte Extremmarsch-Sportler, die sich auf den „Fichtelbergmarsch – Dein Marsch zum größten Berg Sachsens“ vorbereiteten.
Sehr sympathische Menschen, mit Biss – der ist auch nötig, wenn ich das Höhenprofil sehe. 63 Kilometer von Chemnitz bis zum Fichtelberg. Jungs, ich drücke euch beide Daumen. Ihr schafft das!
Nun sahen wir schon die Vorläufer von Oberwiesenthal. Zuerst das Bergrestaurant Himmelsleiter, das sogar zum Verweilen regelrecht einlud. Wir hatten aber einen Plan und nicht allzu viel Zeit, um unseren Bus zu erreichen.
Als nächstes Highlight die Skischanze. Gewaltig von unten anzusehen. Da würde mir die Traute fehlen. Respekt.
Der langgezogene Ort war auf Tourismus fixiert. Nicht auszudenken, wenn hier der Schnee fehlt.
Auf der anderen Seite sah man in den weißen Hängen noch den Kunstschnee aus Tschechien. Ich vermute, das ist bestimmt harte Konkurrenz – Ahnung habe ich aber nicht.
Noch 200 Meter bis zum Bahnhof mit der historischen Fichtelbergbahn, die auf den Gleisen thronte. Unmittelbar davor unser Bushäuschen. Punktlandung – in 10 Minuten verlassen wir Oberwiesenthal.
Fazit: Und ich denke, ich kann auch in Günnis Namen sprechen. Das war eine sehr schöne Gesamttour – und damit meine ich alle 10 Etappen. Jede hatte für sich ihren ganz persönlichen Reiz.
Und was die Menschen angeht: Die Erzgebirger haben wir mit ihrer herzlichen Art in unsere Herzen aufgenommen .
Nachtrag:
Davon weiß Günni noch nichts. In mir war keine so richtige Zufriedenheit. Ich muss die Quelle bzw. das Quellgebiet finden – und mit eigenen Füßen drin (Schlamm?) stehen.
Das heißt: Es wird eine Solo-Tour geben – Oberwiesenthal: Quelle, wo bist du?
Waypoints
Route Details
Elevation
Highest point (1,260 m)
Lowest point (680 m)
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